eSport - Benedikt Baader - Der Clan Coyote kann stolz auf eine lange Geschichte zurückblicken.
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Benedikt Baader 
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"Der Clan Coyote kann stolz auf eine lange Geschichte zurückblicken."

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Wie sind Sie zum E-Sport gekommen und was macht für Sie den besonderen Reiz und die Faszination daran aus?

Als Grundschulkind machte ich meine ersten Erfahrungen mit frühen Konsolen wie den NES und dem Sega Mega Drive. Mein Nintendo 64 habe ich heute immernoch. Den ersten PC bekam ich 1997, damals war ich zehn oder elf Jahre alt und eigentlich gehörte er auch meiner Mutter und nicht mir. Mit Spielen wie "Monkey Island 3" und "Wing Commander 3" fing ich damals an und verbrachte zunächst gelegentlich wenn ich durfte, später dann etwas mehr Zeit vorm Bildschirm. Zugang zum Internet habe ich seit etwa 2002. Online Spiele zu spielen begann ich aber erst später, im Jahr 2004 und richtig aktiv erst 2006. Den Reiz macht für mich die Gemeinschaft zum einen mit meiner festen Community in meinem Clan mit den wie ich finde spaßigen Spielen, die wir spielen und den Leuten, mit denen man auf bestimmten Counter Strike Servern öfters zusammentrifft und auch eine Art Community bildet aus.

Erzählen Sie uns etwas über Ihren Clan, wann und aus welcher Intention heraus ist dieser entstanden und in welchen Spielen seit Ihr aktiv?

Der Clan Coyote kann stolz auf eine lange Geschichte zurückblicken. Gegründet wurde er im Dezember 2000, damit ist er Ende 2010 bereits zehn Jahre alt! Zur Frage nach der Intention, kann ich ihnen als Zitat die allererste News auf der ersten Clanpage bieten:

"03.12.2000: Clan Coyote wurde von Koga gegründet. Mit dem Ziel, der beste Clan zu werden, den es gibt. Dieser Clan wird in vielen Ligen mitspielen und den Gegnern das Fürchten lehren und auch in Mechwarrior 4 weiterbestehen. Um diese ehrgeizigen Ziele auch zu verwirklichen, sind alle deutschen Mechkrieger die auch oft online sind gefragt."

Der Clan wurde damals noch für die Action-Simulation "Mechwarrior 3" gegründet. Das ist ein Spiel, das im sogenannten Battletech-Universum ansiedelt ( = Science Fiction im ähnlichen Stile wie StarTrek oder StarWars). Man läuft an Bord von riesingen Kampfmaschinen auf kuriosen Planeten umher und kämpft zum großen Teil gegen andere Insassen, solcher Kampfläufer. 2004, als der Nachfolger Mechwarrior 4 allmählich veraltete und seine Popularität nachließ, formte sich der Clan zu einem Multigaming-Clan um, um weiterbestehen zu können. So ist er bis heute.
Koga hatte also in manchen Zielen, die er ursprünglich definierte Erfolg, auch wenn er wohl keine Ahnung hat, dass es uns noch gibt. Wir spielten bisher in vielen Ligen mit, lehrten – vielleicht gelegentlich – den Gegner das Fürchten und bestanden nicht nur in Mechwarrior 4 – sondern weit darüber hinaus in vielen anderen Games. In der Aufmachung des Clans, wie zum Beispiel der Rängebezeichungen blieben wir bei unseren Wurzeln, so bin ich zum Beispiel als Leiter des Clans der "Khan" (wie es auch in Battletech der Fall ist) und wenn in absehbarer Zeit der fünfte Teil der Mechwarrior-Reihe "Mechwarrior 3015" erscheint, werden wir dort wieder unser Bestes geben.

Wie kann man sich das Training bei Euch im Clan vorstellen, wie läuft solche eine Trainingseinheit für gewöhnlich ab? Gibt es beim Training bzw. im Spiel auch eine gewisse Aufgabenverteilung innerhalb des Clan-Teams?

Im Bezug auf das Training ist es in unserem Fall schwer, eine allgemeine Aussage zu treffen, da wir mehrere Squads unterschiedlicher Spielegattungen haben und jedes sich selbst organisiert. In den meisten Squads ist es gar nicht erst nötig, feste Trainzeiten einzurichten, da die Member sowieso motiviert und regelmäßig als Gemeinschaft zusammenkommen, um zu spielen. In unserem Squad "KKND 2 Krossfire " das ist ein Strategiespiel aus dem Jahr 1998 und damit unser vom Erscheingsdatum mit Abstand ältestes Spiel besteht das Training darin, dass wir entweder gegeneinander als Team gegen Team oder im 1 on 1 antreten, oder gegen stark modifizierte Computergegner als Team spielen. Diese Gegner zeichnen sich durch starke Rohstoff – und Bauzeit – Vorteile gegenüber uns aus und sind auch vom Verhalten her verbessert, um zum Beispiel durch ihre Angriffe eine ernsthafte Bedrohung darzustellen.
Wir haben natürlich auch eine Aufgabenverteilung innerhalb der Squads. So hat jedes Squad einen Leader und einen Orga, der ihn bei seiner Aufgabe unterstützt. Diese Aufgaben bestehen aus allem, was ein Clan-Leader so tun muss, abgesehen von Dingen, die den gesamten Clan betreffen wie zum Beispiel die Administration unserer Internetseite, das Erstellen von Clanregeln und so weiter.

Was war bezüglich des E-Sports Ihr bislang aufregendstes/ spannendstes Erlebnis und warum? Beschreiben Sie dies ein wenig?

Zwei Beispiele, die in der Vergangenheit aufregend waren, war zum Einen ein Counter-Strike – Clanwar Mitte 2009 gegen den Clan "DPC". Wir spielten auf zwei Maps, jeweils eine von einem Clan ausgesucht. Auf der ersten Map "Nuke" verloren wir haushoch, doch auf der zweiten, nämlich "Office" kämpften wir erbittert um den Sieg und schafften noch, trotz großen Rückstands ein Unentschieden durch insgesamt exakt gleicher Punktzahl herauszuholen. Der Gegner war dann leider beleidigt. Das Zweite waren einige Duelle in KKND mit meinem Freund und Clan-Co-Leader Michael (ingame: "DFens"). Leider hat das Spiel noch keine Replay-Funktion, weil es stets spannend war und sich das Blatt mehrfach gewendet hat. Unsere Member des Squads könnten bestimmt viel von uns lernen, wenn sie sich diese Runden anschauen könnten. Grins

Was denkt ihr Umfeld, Familie, Freunde, Arbeitskollegen über Ihre Leidenschaft E-Sport? Wie gehen Sie mit den unterschiedlichen Meinungen zu diesem Sport um?

Das familiäre Umfeld ist teilweise der Ansicht, dass dieser "Sport" vollkommen sinnfrei und Zeitverschwendung ist. Natürlich ist dann auch die Zeit, die man davor verbringt, egal wieviel oder wie wenig zuviel. An meiner theologischen Hochschule, an der ich studiere und in deren Wohnheim ich derzeit wohne gibt es geteilte Meinungen, jedoch hauptsächlich Leute, mit denen man gelegentlich auch mal eine LAN-Party macht und neben anderen Wegen auch auf diese Weise Spaß hat. Ich denke darüber, dass es auf die Umgangsweise mit dem PC ankommt.
Welche Rolle spielt E-Sports in meinem Leben und wieviel Zeit verbringe ich damit? Gibt es andere Dinge in meinem Leben, die mir wichtiger sind? Habe ich auch im "realen Leben" Kontakt zu anderen Menschen? Ich selbst habe noch zwei Dinge, die ich in meiner Freizeit tue, die mir wichtiger sind als der PC und mein Clan. Ich bin Schlagzeuger, mache leidenschaftlich gerne Musik und ich bin Sportler und nutze die Gelegenheiten, die sich mir bieten, zum Beispiel Fußball zu spielen. Ich halte es, vor allem in der heutigen Zeit, wo viele Dinge über das Internet laufen für wichtig, bewusst für Begegnungen mit Menschen zu sorgen, die real ablaufen, anstatt über ein Medium wie Telefon oder PC. So darf auch E-Sports nicht die Nummer eins im Leben – oder in der Freizeitgestaltung – werden, aber die Nummer zwei oder drei. :)

Wie bewerten Sie die Entwicklungen des E-Sport in den letzten Jahren und welche Wünsche haben Sie dahingehend für die Zukunft – zum einen für den E-Sport insgesamt, zum anderen für Ihren Clan?

Eine Sache, die ich wahrnehme, was PC-Spiele betrifft, ist, dass die Grafik immer besser und beeindruckender wird, an vielen Stellen dafür aber die Genialität der Spiele an sich verloren geht. So gibt es zum Beispiel kein vergleichbares Spiel mehr wie "Incubation" aus dem Jahr 1997 oder "Dungeon Keeper", aus demselben Jahr, die einzigartige Spielprinzipien haben. Stattdessen gibt es haufenweise Shooter, die zwar immer besser aussehen, ebenso natürlich auch Verbesserungen im Spielablauf vorweisen, aber keine Perlen mehr, bei denen der Entwickler das Risiko eingeht, nicht die breite Masse zu erreichen.
Ein zweiter Punkt ist die Entwicklung im Bezug auf Rollenspiele. Online-Rollenspiele erleben spätestens seit "World of Warcraft" einen enormen Aufschwung und fesseln Millionen Menschen viele viele Stunden vor den PC. Schöner finde ich spanndene Spiele mit guten Freunden zu spielen, die, wenn man fertig ist, auch wieder aufhören. Wo man den Kopf dann wieder frei hat für die wesentlichen Dinge des Lebens, ohne dann möglicherweise mit den Freunden nicht mehr mithalten zu können, weil man die darauffolgenden drei Stunden nicht "gelevelt" hat.
Für meinen Clan wünsche ich mir, dass wir als feste Einheit weiterhin zusammenwachsen und ein Ort nicht nur zum Spielen sind, sondern auch mit Rat und Tat, auch was Dinge außerhalb des E-Sports betrifft, füreinander da sind.

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