"Das Beste am Touch ist, dass jeder mitmachen kann, ob Mann oder Frau, ganz egal wie alt, ob mit oder ohne Sporterfahrung."
Sie sind ein aktives Vereinsmitglied von Touch München. Erzählen Sie uns ein wenig über den Verein und dessen Entstehung.
Touch Rugby wird in Deutschland seit Januar 2003 gespielt, als der Neuseeländer Matt Innes in München den ersten Touch Rugby Verein Deutschlands gründete. Nachdem Matt München wieder verlassen hatte, wurde das Team von vielen neuen Spielern weiter ausgebaut und wurde nach und nach zum stärksten Touch Rugby Verein in Deutschland. Bei zahlreichen Turnieren können wir mittlerweile sogar zwei Mannschaften stellen. Neben dem Training, das zweimal wöchentlich als reguläres Training und einmal wöchentlich (jeden Sonntag, auch im Winter) als „Social Touch“, also reines Spiel stattfindet, spielt das Vereinsleben mit Biergartenbesuchen, Parties und Weihnachtsfeier eine große Rolle.
Heute ist das Hauptziel des Vereins, die Bekanntheit von Touch Rugby weiter zu erhöhen, um noch mehr Spieler, vor allem auch Deutsche, für den Sport zu gewinnen.
Geben Sie uns einen kleinen Einblick in die Welt des Touch-Rugby, wie ist dieser Sport in Deutschland organisiert, in welchen Gegenden wird er vorrangig betrieben und welche wichtigen Events und Meisterschaften gibt es?
Das Spiel:
Touch Rugby oder einfach Touch ist ein schneller Ballsport aus Australien. Es gibt keinen harten Kontakt, sondern der Fokus liegt auf geschicktem Laufen und Ballzuspiel.
Das Spielfeld ist 50 x 70 Meter groß und hat an beiden Enden jeweils eine fünf Meter breite Zone, innerhalb derer gepunktet wird. Jedes Team hat sechs Spieler auf dem Feld, dazu gibt es bis acht Spieler auf der Ersatzbank, mit denen die Spieler sich regelmäßig und in kurzen Abständen während des laufenden Spiels auswechseln. Ziel des Spiels ist, dass ein Team mehr Punkte erreicht als das andere, wobei ein Punkt („Touchdown“), erfolgt, indem ein Spieler der angreifenden Mannschaft den Ball hinter der gegnerischen Punktlinie auf den Boden aufsetzt. Das Team im Ballbesitz hat dabei maximal sechs Versuche zu punkten oder darf maximal sechs „Touches“ (Berührungen) bekommen. Wenn alle sechs Touches erfolgt/aufgebraucht sind, erhält das gegnerische Team den Ball.
Der Sport in Deutschland:
Touch München ist ein Mitglied von Touch Deutschland, dem deutschen Dachverband für Touch Rugby in Deutschland. Dieser ist verantwortlich für die Entwicklung und Förderung der Sportart, veranstaltet Wettkämpfe, bildet Schiedsrichter und Übungsleiter aus und vieles mehr.
Derzeit gibt es weitere Touchvereine in Berlin, Köln, Frankfurt am Main, Hamburg, Heidelberg und Leipzig. Zwischen April und Oktober werden Turniere im In- und Ausland ausgetragen, einmal im Jahr wird der Deutsche Meister ermittelt. Alle zwei Jahre wird die Europameisterschaft ausgetragen, für die Nationalmannschaften für Frauen- und Männerteams sowie Mixed-Teams aus den Teams der einzelnen deutschen Clubs gebildet werden. In 2010 ist es wieder soweit, und natürlich hofft auch Touch München, dass wieder möglichst viele seiner Spieler in den Nationalmannschaften mitspielen können!
Wie sind Sie persönlich zu diesem Sport gekommen und welche auslösenden Momente gab es eventuell hierfür?
Ich selbst bin, wie die meisten meiner Teamkollegen, über Freunde zum Touch gekommen. Obwohl ich anfangs als bekennende Nicht-Sportlerin nur zuschauen wollte, sah das Ganze für mich doch von Anfang an nach einer Menge Spaß aus! Und was soll ich sagen – Spaß macht es jede Menge, vor allem, wegen des überragenden „Team spirits“, und mittlerweile bin ich richtig traurig, dass wir im Winter „nur“ einmal pro Woche trainieren.
Grundsätzlich laden wir aber auch immer wieder Passanten, die uns beim Training im Münchner Englischen Garten zusehen, ein, einfach mitzuspielen oder zum nächsten Training zu kommen.
Was macht für Sie den besonderen Reiz, das Faszinierende an Touch Rugby aus?
Das Beste am Touch ist, dass jeder mitmachen kann, ob Mann oder Frau, ganz egal wie alt, ob mit oder ohne Sporterfahrung. Die Regeln sind relativ einfach zu verstehen, man kann also schnell aktiv am Spiel teilnehmen – so war ich schon nach einer Woche Training bei einem Auswärtsturnier dabei. Vor allem aber spielt man Touch, um Spaß zu haben – ist man anfangs mal etwas verloren, so ist das überhaupt kein Problem. Die Teams sind bunt gemischt (Frauen und Männer spielen in der Regel zusammen), sehr international, jeder erklärt einem gern, was wie funktioniert – und gefeiert wird auch viel!
In München, genauso wie in den anderen deutschen Städten spielen wir auf öffentlichen Plätzen und laden jeden ein, mitzuspielen. Außer rutschfesten Schuhen braucht man keine besondere Ausrüstung und man wird innerhalb kurzer Zeit ganz schön fit.
Was war bezüglich Ihres Sports Ihr bislang schönstes / emotionalstes Erlebnis und warum?
Ganz klar: der Gewinn der deutschen Meisterschaft im September 2009! Nachdem wir die ganze letzte Saison viel trainiert und an zahlreichen Turnieren teilgenommen hatten, war dieser Erfolg einfach überwältigend und hat mich, genauso wie viele meiner Teamkollegen, umso mehr motiviert, in der nächsten Saison wieder alles zu geben!
www.touchmuenchen.com




















