"Spielertrainer beim TH Eilbeck e.V."
Web: http://www.svbhamburg.com/
"Sowohl in den Vereinen, als auch in den Nationalteams ist in den letzten Jahren eine Leistungsexplosion zu erkennen."
Sie sind Spielertrainer im Bereich Sitzvolleyball des TH Eilbeck e.V.. Seit wann sind Sie im Sitzvolleyball-Bereich tätig, wie kam es dazu und welche Aufgaben haben Sie im TH Eilbeck e.V.?
Ich bin seit ca. 30 Jahren Sitzvolleyballer und habe in dieser langen Zeit als Spieler mit meiner Mannschaft in Hamburg viel erlebt. In meiner besten Zeit gehörte ich auch der Nationalmannschaft an und habe in über 10 Jahren an vielen internationalen Events teilgenommen – diverse Europa- und Weltmeisterschaften sowie 3 Paralympics. Auf Grund meiner dabei erworbenen Erfahrungen (und mangels ausgebildeter Trainer im Sitzvolleyball) habe ich dann in den letzten Jahren auch die Rolle des Spielertrainers übernommen.
Geben Sie uns einen kleinen Einblick in die Welt des Sitzvolleyball – wie funktioniert dieser Sport, welche eventuellen Voraussetzungen muss man mitbringen und welche Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten gibt es zum „normalen“ Volleyball?
Die Sportart Sitzvolleyball ist - für denjenigen der das normale Volleyball kennt – schnell erklärt. Alles ist gleich, nur wir spielen auf einem angepassten Feld. Die Feldgröße beträgt je Seite 5 x 6 Meter und die Netzhöhe 1,15 m (bei den Frauen 1,05m). Statt laufen und springen ist bei uns das „Rutschen“ mit Rumpfkontakt zum Boden angesagt. Ansonsten wird bei uns mit gleicher Technik „gebaggert und gepritscht“ und mit hoher Dynamik „angegriffen und geblockt“.
Jeder Sport verändert sich, welche Trends und Entwicklungen zeichnen sich im Sitzvolleyball ab und welche Erwartungen und Wünsche haben Sie für die Zukunft?
Sowohl in den Vereinen, als auch in den Nationalteams ist in den letzten Jahren eine Leistungsexplosion zu erkennen. In den Vereinen ist ein Trend vom reinen Behindertensport zum Sport für jedermann deutlich erkennbar. Der Sitzvolleyball ist auch für nicht gehandicapte eine interessante Alternative zum „Standvolleyball“, vor allem, wenn die Sprunggelenke oder Knie streiken.
Ich wünsche mir für die Zukunft einen höheren Bekanntheitsgrad für unsere Sportart und insbesondere für meine Mannschaft noch mehr Zulauf von neuen Spielern.
Wie kann man sich das Training beim Sitzvolleyball vorstellen, was gehört da alles dazu und wie läuft so eine Trainingseinheit für gewöhnlich ab?
Wie bei anderen Ball- und Teamsportarten. Wir trainieren ca. 2 Std. Nach dem Aufwärmen und Stretching folgen Kraftübungen und dann der „Volleyballteil“ mit vielen Übungen zur Technik und Taktik. Der Spaß kommt dabei niemals zu kurz.
Was macht für Sie und Ihrer Meinung nach für die Sporttreibenden den besonderen Reiz, die Faszination am Sitzvolleyball aus?
Sitzvolleyball können Gehandicapte und nicht Gehandicapte gemeinsam spielen, Einschränkungen an den unteren Extremitäten stören kaum, zu viele Beine sind oft nur im Weg. Der besondere Reiz ist die anspruchsvolle Technik im Volleyball und eine hohe Dynamik.
Was war bezüglich ihrer Tätigkeit im Sitzvolleyball-Bereich Ihr bislang schönstes/ emotionalstes Erlebnis und warum? Erzählen Sie ein wenig.
Schöne Erlebnisse waren sicherlich: der 1. DM Titel mit Hamburg 1987, meine erste Teilnahme mit der Nationalmannschaft an den Paralympics in Seoul 1988, die Bronzemedaille in Barcelona 1992. Aber auch die heutige Situation ist sehr interessant und herausfordernd. Wir sind eine bunt gemischte Truppe von Spielerinnen und Spielern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, unterschiedlichen Alters zwischen 24 und 51 Jahre, erfahrene Volleyballer und Anfänger. Bei diesem Mix ein gutes Training zu gestalten und ein leistungsstarkes Team für unsere Turniere zu formen, ist eine tolle Aufgabe.




















