"Das schöne am DiscGolf- Sport ist eindeutig, dass es ein Freundschaftssport ist."
Wie sind Sie auf Disc Golf zum ersten Mal aufmerksam geworden und wie hat sich dann eine Leidenschaft zu diesen Sport entwickelt? Können Sie den Reiz und die Faszination am Disc Golf beschreiben?
DiscGolf habe ich bereits im Jahre 2006 während des Studiums kennengelernt. Ein Studienkollege spielte damals Ultimate- Frisbee im örtlichen Verein und hatte unter anderem auch so kleine Scheiben auf dem Regal liegen, die mir dann auf Nachfrage als DiscGolf- Scheiben bekannt wurden. Ich lieh mir diese Scheiben aus und ging im benachbarten Volkspark in Mainz, auf dem sich ein 6- Loch- Parcours befindet, zum ersten Mal Golf mit Frisbeescheiben spielen. Nach diesem ersten Testlauf war es bereits geschehen. Ich war „hooked on DiscGolf“ wie man in Amerika dazu sagen würde.
Ich bestellte mir direkt einen Tag später ein 3- Scheiben Starter- Set im Internet und fing an zu trainieren, den Sport im Bekanntenkreis zu verbreiten und auf Turniere zu fahren. Es ist faszinierend die Scheiben durch die Luft fliegen zu sehen, bis sie dann, bestenfalls, genau dort landen, wo man sie haben will.
Der Reiz des Discgolf- Sportes liegt zum Einen daran, dass man diesen Sport sowohl für sich alleine oder in einer Gruppe aus Freunden spielen kann während man durch den Park spaziert, zum Anderen kann man sich auch mit anderen Spielern auf Wettkämpfen messen. Eine Einzelsportart ist mir persönlich ohnehin lieber – es gibt nur einen Gegner, man selbst. Wenn einem ein guter Wurf gelingt, man einen Birdie spielt oder durch einen glücklichen Zufall die Scheibe mit dem ersten Wurf im Korb versenkt, das ist ein tolles Gefühl. Man weiss, dass man alles richtig gemacht hat und dafür wurde man belohnt.
Es ist eine Sportart, die man zu jeder Tageszeit, bei jedem Wetter spielen kann, die wenig Investitionen bedarf und vor allem, man ist ein paar Stunden an der frischen Luft, was in unserer hektischen Gesellschaft als Erholung und Ausgleich einen hohen Stellenwert für mich hat.
Wo kann man Disc Golf überall spielen und wie ist dieser Sport zur Zeit in Deutschland organisiert?
Der DiscGolf- Sport ist in Deutschland nahezu überall spielbar. Es gibt einige Vereine und mehr als 20 verschiedene Kurse. Es gibt eine eigene Wettkampfreihe, die sogenannte GermanTour. Die GT, wie sie in Fachkreisen genannt wird, ist wie beim Ballgolf eine Turnierserie von momentan um die 20 Turniere mit drei verschiedenen Kategorien bzw. Leistungsklassen. Es gibt Anfängerturniere (GT-C), bei denen sich Neulinge zum ersten Mal mit Anderen messen können und Turnierluft wittern dürfen und die Mittelklasse bis Topturniere (GT-B und GT-A), bei denen die besten Spieler Deutschlands und Europas gegeneinander antreten. Informationen gibt es unter: http://www.discgolf.de
Wie kann man sich Ihr Training vorstellen, welche Dinge und Techniken werden da gezielt geübt, wie läuft das so ab?
Wie bei jeder anderen Sportart macht Training auch beim DiscGolf den Meister. Es gibt die unterschiedlichsten Wurftechniken, die alle mehr oder minder schwierig sind, da die Scheiben eine extreme Eigendynamik haben, deren Beherrschung man erlernen muss. Es gibt Weitwurf mit Links- und Rechtskurven, Annäherungswürfe zum Korb aus den unterschiedlichsten Entfernungen und Winkeln und am Ende steht der herausfordernste Teil von allem, das Einputten der Scheibe in den Fangkorb. Nur wer diese drei Wurftechniken bis zur Perfektion beherrscht, kann ganz vorne mitspielen oder gar gewinnen.
Ein Training sieht oft so aus, dass man sich mit ein paar anderen Spielern auf dem Parcours trifft und sich ein paar Minuten locker die Scheiben zuwirft. Danach ist es unterschiedlich, man trainiert die drei Hauptwurfarten aus allerhand verschiedenen Gesichtspunkten wie Genauigkeit, Weite und Kurvenflugverhalten. Meist gegen Ende des Trainings machen wir noch eine halbe Stunde Putttraining. Eine Trainingseinheit dauert im Schnitt ca. 2 Stunden. Danach wird oft noch eine Runde auf dem Parcours nachgelegt um das Erlernte gleich umzusetzen.
Wie lässt sich die Stimmung und Atmosphäre während eines Matches beschreiben – zum einen unter den Spielern, zum anderen bei den Zuschauern?
Das schöne am DiscGolf- Sport ist eindeutig, dass es ein Freundschaftssport ist. Man ist zwar einerseits ein Gegner der Anderen aber wenn einem aus der Spielgruppe ein guter Wurf gelingt, wird dieser immer beklatscht und gelobt. Dies erachte ich als äußerst sinnvoll, angenehm und würdigend, und eine der hervorstechendsten Eigenarten dieses Sports. In vielen anderen Bereichen wird meist nicht miteinander gesprochen, man ist Gegner und nicht mehr. Das ist beim DiscGolf ganz eindeutig anders. Man startet mit drei oder vier Mitspielern auf eine Runde, die man oft bereits kennt und mit denen man dann eine Mischung aus Wettkampf und freundschaftlichem Zusammenspiel erlebt.
Die Zuschauersituation ist beim DiscGolf noch in den Kinderschuhen. Es ist leider immer noch ein sehr unbekannter Sport, der nicht viele Zuschauer anlockt, aber wenn wir zusammen auf einer Runde auf dem Heimparcours drehen, kennt man uns mittlerweile, Spaziergänger sprechen uns oft an, was wir da machen und wie es denn so laufe. Einige der Spaziergänger sind mittlerweile auch aktive Spieler geworden.
Gibt es Dinge die Sie jedem Disc Golfer ans Herz legen würden? Und was waren bislang Ihre ganz persönlichen Disc-Golf-Highlights?
Eines der schönsten Erlebnisse ist es nach wie vor, andere Spieler aus anderen Städten oder Ländern auf den Turnieren wieder zu treffen, eine Runde gemeinsam zu spielen und sich dabei über alles Mögliche auszutauschen. Von daher würde ich jedem Spieler raten auch an Turnieren teilzunehmen, man lernt sehr viele nette neue Leute kennen und findet schnell Anschluss. Man kann sich bei besseren Spielern einiges abschauen und auch Techniken erfragen, sich Tipps abholen, kurzum ein sehr wichtiges Instrument um das eigene Spiel zu verbessern.
Eines der schönsten und lohnenswertesten Turniere in Deutschland ist meiner Meinung nach das Turnier in Dassel bei Göttingen. Es ist ein sehr anspruchsvoller Kurs, wenn nicht der anspruchsvollste überhaupt und hier ist die freundschaftliche und gemeinschaftliche Atmosphäre meiner Meinung nach am Deutlichsten zu spüren.
Aber auch die anderen Kurse in Deutschland wie der Ostpark Rüsselsheim, der Parcour in Grebenstein oder auch der Volkspark in Potsdam sind sehr schöne Kurse, die man unbedingt kennenlernen sollte.
Mein größtes Highlight war mein erstes selbst organisiertes Turnier in Worms im letzten Jahr, bei dem ich sowohl die Organisation übernahm als auch durchaus erfolgreich mitspielen konnte und natürlich mein erstes Ass im Mai 2008 auf der Deutschen Meisterschaft in Rüsselsheim.
Welche Tipps und Hinweise können Sie abschließend zum richtigen Einstieg in diesen Sport geben? Was gibt es wichtiges zu Grundlagen, Anfängerfehlern und zum korrekten Verhalten auf dem Platz zu sagen?
Das Wichtigste bei dem Sport ist der Spaßfaktor. Eine zu verbissene Art wird vor allem am Anfang, an dem man die Techniken noch gar nicht beherrscht, schnell frustrieren. Man sollte als Anfänger nicht gleich mit den Profischeiben an den Abwurf gehen und glauben, dass es direkt funktioniert.
Aus heutiger Sicht gebe ich allen werdenden Spielern den Tipp, am Anfang zu allererst das perfekte Werfen eines Putters zu erlernen bevor man die weiteren und schnelleren Scheiben ausprobiert. Mit einem Putter lernt man das Flugverhalten der Scheiben kennen und zu beeinflussen, man lernt es geradeaus zu werfen, was sich am Anfang als nicht einfach darstellt und gewöhnt sich spielerisch an den generellen Umgang mit Entfernung, Hindernissen und Dosierung der jeweiligen Würfe.
Zweitens ist weniger meist mehr. Mich selbst begeisterte von Anfang an das Weitwerfen am Meisten. Also vernachlässigte ich die Wichtigkeit der Präzision und wollte um jeden Preis weit werfen können. Doch aus heutiger Sicht weiss ich, dass ein paar Meter kürzer zu werfen, dafür aber genau dort hin wo man hin will, viel wichtiger ist.
Das korrekte Verhalten auf dem Platz beinhaltet vor allem die Einhaltung der Höflichkeitsregeln.
Auf dem Platz gelten zwei goldene Regeln - tritt ein Mitspieler an seine Scheibe um sich auf seinen Wurf vorzubereiten, verhält man sich ruhig und steht immer hinter dem Spieler um seinen Blick nicht zu irritieren.
Die restlichen Regeln lernt man schnell durch das Mitspielen mit erfahrenen Spielern, doch die genannten Regeln sind bzgl. Höflichkeit die Wichtigsten.




















